VERTIKARLSRUHE_Die Transformation des Post-Giro-Areals

Im akademischen Raum wird viel über «vertical cities» diskutiert, realisiert werden jedoch häufig recht banale Hochhäuser, die aus multiplizierten Einheitsgrundrissen bestehen. Kann man ein Stadtquartier mit all seinen komplexen Qualitäten überhaupt vertikal organisieren? Ist vertikale Verdichtung denn grundsätzlich die Antwort auf die Frage nach einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Lebensweise?     Diese Grundsatzfrage erfährt in Karlsruhe gerade eine sehr intensive Debatte. Wir laden sie ein sich gemeinsam mit uns mitten ins Zentrum dieser Debatte zu begeben. Auf dem Areal des existierenden ehemaligen Postgiroamtes werden wir uns im Kontext des neuen Stadtboulevards (ehemalige Kriegsstrasse) den komplexen Fragen des Ortes stellen: Wie geht man mit dem charismatischen 70er-Jahre-Bestand um? Welche grundsätzliche Relevanz hat der für Karlsruhe prägende absolutistische Stadtgrundriss mit seinen Konsequenzen? Wie adaptiv kann dieses Stadtverständnis auf den allgemeinen Druck zur Verdichtung unserer Städte reagieren?

Wir werden ihnen dabei helfen, eine eigene Position zu diesen argumentativ und konzeptionell anspruchsvollen Themen zu finden. Gemeinsam werden wir uns auf die Suche nach einer neuen Organisationsform des klassischen Quartiers machen. Ob dieses Quartier horizontal, vertikal oder als Hybrid aus beidem seine Form findet, ob es den Bestand integriert und ob es das Karlsruher Stadtselbstverständnis weiterentwickelt, hängt von ihren Argumenten und ihrer Position ab. 

Damit ihr Entwurf in einem so kontroversen und anspruchsvoll diskutierten Umfeld wie dem oben beschriebenen bestehen kann, muss er klug argumentiert und präzise formuliert sein. Als Vertiefung des Entwurfs werden wir ihnen zu Beginn helfen, ihre Position zu schärfen und in einer ganz persönlichen Grundsatzposition zu formulieren. Diese Position werden sie zunächst in einem Manifest zugespitzt auf den Punkt bringen und dann argumentativ in ein Positionspapier als Artikel in einer Fachzeitschrift formulieren, den sie gerne auch mit entsprechenden grafischen Mitteln (Collagen, Diagramme) unterstützen können. Auf Basis dieser theoretischen Grundlage werden sie dann in die konkrete städtebaulich-architektonische Arbeit starten.

Die Veranstaltung kann nur im Zusammenhang mit dem dazugehörigen Entwurf Städtebau gewählt werden und ist für diesen verpflichtend. Eine Anerkennung im Modul „Sondergebiete des Städtebaus“ ist möglich.  

Regeltermin: Donnnerstags, 9:45 - 13:00 Uhr, Geb. 11.40, R015
1. Treffen/Ausgabe: Donnerstag, 21.04.2022

Vertiefung: Donnerstags ab 13:30 Uhr, Termine werden während des Semesters bekannt gegeben
Zwischenkritik: 12.05.2022 und 30.06.2022  

Abgabe/Präsentation: Donnerstag, 04.08.2022

Bearbeitungsform: 2er Gruppen
Empfehlung
: mindestens ein abgeschlossener Entwurf

Lehrveranstaltung: 
1731086 (Entwurf), 1731061 (Vertiefung)